Bronzezeit im Nördlinger Ries – Landschaftsarchäologische und quellenkritische Betrachtungen

Dieser Vortrag wird die aktuellen Erkenntnisse aus einer Frankfurter Dissertation vorstellen, welche die Erfassung bronze- und urnenfelderzeitlicher Fundstellen im Nördlinger Ries zum Ziel hatte. Während chronologische und chorologische Themen im Vortrag nur nebenbei angesprochen werden, liegt der thematische Schwerpunkt des Vortrags auf landschaftsarchäologischen Aspekten. Das Nördlinger Ries, geologisch zurückgehend auf einen miozänen Asteroideneinschlag, ist eine kreisrunde Landschaft von ca. 20 km Durchmesser, die zwischen Schwäbischer und Fränkischer Alb gelegen ist. Aufgrund systematischer archäologischer Surveys auf nahezu der gesamten begehbaren Fläche durch Ehrenamtliche, angeleitet durch die Denkmalpflege, gilt das Ries als eines der am besten archäologisch untersuchten Gebiete Süddeutschlands. Anhand dieser günstigen Voraussetzung wird im Vortrag auch die quellenkritische Fragestellung diskutiert, inwieweit sich mittels Verbreitungskarten, die auf dem aktuellen Forschungsstand beruhen, authentische Siedlungsbilder rekonstruieren lassen. Außerdem werden anhand von Beispielen aus dem Nördlinger Ries Forschungsdesiderate der archäologischen Forschung zu bronze- und urnenfelderzeitlichen Höhensiedlungen in Süddeutschland angesprochen.

David Knoll M.A.
Institut für Archäologische Wissenschaften,
Abt. III: Vor- und Frühgeschichte
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend
IG-Farben-Gebäude, Raum 6.511 
60323 Frankfurt am Main
daknoll@stud.uni-frankfurt.de