Der Buchberg bei Wiesing (Nordtirol) in der Bronzezeit

Der Buchberg bei Wiesing (Nordtirol) ist ein im Unterinntal gelegener Inselberg, der sich inmitten des während der frühen Bronzezeit intensiv ausgebeuteten Kupfererzreviers Schwaz-Brixlegg befindet. Seine günstige verkehrstopographische Lage – hier mündet von Norden das Achen- und von Süden das Ziller- in das Inntal – mag einer der Gründe für die prähistorische Besiedlung des Buchberges gewesen sein. Eine großflächige Nutzung des Berges in der Frühbronzezeit und eine kleinräumigere Belegung in der frühen Eisenzeit sind durch Lesefunde ab den 30er Jahren und schließlich durch Aus-grabungen des österreichischen Bundesdenkmalamtes zwischen 1980 und 1984, im Jahr 1994 und wiederum zwischen 1999 und 2004 nachgewiesen. Besonders auffällig an der Fundstelle sind drei den Bergrücken abriegelnde Abschnittswälle sowie die zahlreichen bronzezeitlich datierenden Hinweise auf metallurgische Tätigkeiten wie Roherzstücke, Schlacken, Gusstropfen, schlackengemagerte Kera-mik, eine Blasrohrdüse, mögliche Schmelztiegelfragmente etc.

Im Rahmen des Vortrags sollen erste Einblicke in die aktuell laufende wissenschaftliche Aufarbeitung der jüngsten Grabungskampagnen auf dem Buchberg (1999-2001 und 2003-2004) gegeben werden. Diese umfasst nicht nur die Vorlage des umfangreichen, v. a. keramischen Fundmaterials, sondern soll erstmals eine umfassende Bewertung der bronzezeitlichen Befundsituation auf dem Buchberg, die bislang wahlweise als Siedlung, Befestigung oder (saisonaler?) Werkplatz gedeutet wird, ermöglichen. Darüber hinaus dient sie als Ausgangslage für das an der Universität Innsbruck beheimatete Dissertationsprojekt zu „Siedlungswesen und Kupferversorgung in der Bronzezeit Nordtirols“.

Jessica Keil
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